Sven-Oliver Rüsche 26. August 2015

Die eigene Büroausstattung abschreiben, in welchem Zeitraum geht das?

Für die Abschreibung der eigenen Büroausstattung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Welche die individuell richtige Version ist hängt nicht zuletzt von Ihrer Rechtsform ab.

Unterschied Brutto/Netto Abschreibung

Alle Wirtschaftsgüter, wenn sie zum Betriebsvermögen gehören und über mehrere Jahre innerbetrieblich genutzt werden, sind im Rahmen jährlicher Abschreibungen als Betriebsausgaben abzugsfähig. Voraussetzung: Es handelt sich um Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten.

Bei bestehender Umsatzsteuerpflicht ist der gezahlte Nettopreis absetzbar. Die ausgewiesene Umsatzsteuer wird als durchlaufender Posten direkt als Betriebsausgabe abgezogen. Besteht keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug gehört die ausgewiesene Umsatzsteuer in die abschreibbaren Anschaffungskosten (Bruttobetrag).

Steuerrecht: Sie möchten die eigene Büroausstattung abschreiben, in welchem Zeitraum geht das? Finden Sie folgend wichtige Informationen zu dieser Frage

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Beginn, Laufzeit und Höhe der Abschreibung

Das Anschaffungsdatum (Lieferdatum lt. Lieferschein) und der Abschreibungsbeginn sind auf den gleichen Tag datiert. Der Zeitpunkt der späteren Zahlung ist nicht von Relevanz. Dies gilt auch bei Ratenzahlungen. Muss die Zulassung eines Gerätes abgewartet werden gilt der erste Tag der Inbetriebnahme. Wird das zur eigenen Nutzung bestimmte WG im eigenen Betrieb gefertigt beginnt der Abschreibungszeitraum mit Fertigstellung. Die Abschreibung erfolgt in diesem Fall im Anschaffungsjahr monatlich.

Sie haben die Abschreibung eines beweglichen Wirtschaftsgutes in einem Jahr versehentlich vergessen? Dann können im Folgejahr die AfA-Beträge entsprechend erhöht werden.

Wird ein Wirtschaftsgut aus dem Betriebsvermögen entfernt kann in diesem Jahr nur die zeitanteilige AfA genutzt werden. Der dann noch verbleibende Restbuchwert kann folgend als Betriebsausgaben ausgebucht werden.

Bei der Anschaffung von bereits gebrauchten Wirtschaftsgütern oder der Nutzung von solchen aus dem Privatvermögen ist maßgebend, wie lange das Wirtschaftsgut voraussichtlich noch genutzt wird.

Die mögliche Höhe der Abschreibung (AfA) richtet sich in erster Linie nach der technischen Nutzungsdauer. Die AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums stellt die unterschiedlichen Nutzungszeiten genau dar.

  • Aktenvernichter 8 (5)
  • Autotelefon 5 (4)
  • Büromöbel 13 (10)
  • Computer, Drucker, Scanner u.Ä. 3 (4)
  • Handy 5 (4)
  • Faxgerät 6 (5)
  • Kopierer 7 (5)
  • Ladeneinrichtung 8 (7)
  • Fotovoltaikanlage 20 (20)
  • Schreibmaschine 9 (5)
  • Telefon (Kommunikationsendgerät) 8 (6)

Die Abschreibung der betriebswirtschaftlichen ERP-Software erfolgt grundsätzlich über fünf Jahre und die der Anwendungssoftware, z. B. Buchführungsprogramme, Grafikprogramme usw. über drei Jahre. Allerdings kann hier auch die sofortige Abschreibung als GWG genutzt werden.

Denken Sie auch an das Anlagenverzeichnis für abnutzbares Anlagevermögen. Dieses muss der EÜR beigefügt werden muss.

Quelle: Pixabay

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Die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG)

Selbstständig nutzbare, bewegliche Gegenstände (GWGs) des Anlagevermögens können neu oder gebraucht angeschafft werden bis zu einem maximalen Anschaffungs- bzw. Herstellungswert von 1.000,00 Euro exclusive Umsatzsteuer.

In der vorgeschriebenen Form gibt es zwei Varianten. Diese dürfen nicht miteinander vermischt werden.

Variante 1:

  • Sofortabschreibung bzw. lineare oder degressive Abschreibung über den Zeitraum der betrieblichen Nutzungsdauer.

Variante 2:

  • Sofortabschreibung oder Abschreibung über die Nutzungsdauer
  • Sammelposten (Poolabschreibung über fünf Jahre)

Achtung: Für GWGs mit einem Anschaffungswert von mehr als 150,00 Euro ist ein fortlaufendes Verzeichnis verpflichtend. Die Eintragung in das betriebliche Anlagenverzeichnis ist bei Abschreibungen über die Nutzungsdauer verpflichtend.

Besonderheiten der linearen Abschreibung

Ein konstanter Afa-Satz und konstant gleiche Euro-Jahresbeträge.

Warum: Weil Bemessungsgrundlage immer die konstanten Anschaffungskosten sind.

In Zahlen ausgedrückt: Bei 5-jähriger Abschreibung beträgt der AfA-Satz 20% p.a. von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Bei 10-jähriger 10% p.a. Das Anschaffungsjahr wird zeitanteilig abgeschrieben.

Wird ein Wirtschaftsgut mit einem vorherigen Investitionsabzugsbetrag versehen, kann im Anschaffungsjahr eine zusätzliche Abschreibung in Höhe von 40% vorgenommen werden. Allerdings verringert sich dann die Bemessungsgrundlage grundsätzlich für die lineare AfA um diesen Betrag.

Besonderheiten der degressiven Abschreibung

Sie wird ausschließlich angewendet bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. Hier ist ganz besonders auf das Anschaffungsjahr zu achten. Auch die Büroausstattung sowie Klimaanlagen und sogar fest montierte Anlagen gehören zu den beweglichen Wirtschaftsgütern.

Auch bei der degressiven Abschreibung ist der AfA-Satz konstant. Die Euro-Jahresbeiträge sind jedoch fallend.

Warum: Weil als Bemessungsgrundlage der Restbuchwert pro Jahr gilt. Das heißt: Anschaffungskosten minus der Summe aller bisherigen Abschreibungen.

Ob der degressive Afa-Satz das Dreifache bzw. zweifache der linearen AfA bzw. des jeweiligen Restbuchwertes beträgt ist vom Anschaffungsjahr abhängig.

Wird also ein Wirtschaftsgut über die Nutzungsdauer von 4 Jahren abgeschrieben, ist die degressive AfA höher als die lineare AfA. Der verbleibende Restbuchwert ist im letzten Jahr der Nutzungsdauer voll abzuschreiben.

Bei 20-jähriger Nutzungsdauer beträgt die lineare AfA p. a. 5% und die degressive AfA 12,5%. In beiden Fällen ist somit Vorsicht geboten. Die Vor- bzw. Nachteile sind deshalb miteinander abzugleichen.

Achtung: Ein Wechsel von der degressiven auf die lineare AfA ist möglich, nicht aber umgekehrt. Im ersten Jahr, dem Anschaffungsjahr, darf immer nur anteilig abgeschrieben werden.

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