Alexandra Rüsche 18. Juli 2018

Das Innovationspotenzial von E-Zigaretten

E-Zigaretten sind elektronische Geräte, in denen eine mitunter nikotinhaltige Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, zum Verdampfen gebracht und vom Konsumenten inhaliert wird.

Der wesentliche Unterschied zum Rauchen von Zigaretten besteht darin, dass bei E-Zigaretten keine Verbrennung, sondern ausschließlich eine Verdampfung stattfindet.

Beim Zigarettenrauchen entsteht ein Großteil der schädlichen Stoffe, wie Verbrennungsgase oder das krebserregende Formaldehyd, durch die Verbrennung des Tabaks. Auf dieser Grundlage vermutet das britische Gesundheitsministerium, dass der Konsum von E-Zigaretten bis zu 95 % weniger schädlich ist, als das Inhalieren von verbranntem Tabak.

E-Zigaretten verbrennen den Inhaltsstoff nicht, sondern verdampfen ihn, Foto: Fotolia ©fotofabrika

Das erste E-Zigaretten-Patent von 1965

Obwohl E-Zigaretten ein relativ neues Phänomen sind, wurde das erste Patent dazu bereits 1965 von Herbert A. Gilbert angemeldet. In seinem Konzept sind wesentliche Elemente der heutigen E-Version enthalten: Die Idee eines Tanks und Flüssigkeit, die mittels Batterien erhitzt und verdampft werden sollte, stammt von ihm. Auch das an eine klassische Zigarette angelehnte Design fand sich in seinem Entwurf. Er formulierte ebenfalls bereits 1965, dass es sich bei seiner Erfindung um eine rauch- und tabakfreie Zigarette handelte.

Von China aus eroberten E-Zigaretten die Welt

Doch die Serienproduktion der E-Zigarette sollte fast ein halbes Jahrhundert lang auf sich warten lassen. 2003 griff der Chinese Han Li die Idee von Gilbert auf und entwickelte sie. Sein Modell enthielt jedoch anstelle der heute verwendeten Heizspirale ein piezoelektrisches Element und verdampfte die Flüssigkeit mithilfe von Ultraschallwellen.

Das Liquid bestand wie die heute üblichen Flüssigkeiten aus Propylenglykol, im dem Nikotin gelöst war. Bei der Auswahl der Flüssigkeiten ließ er sich von Nebelmaschinen, die in Diskotheken eingesetzt wurden, inspirieren. Ab 2005 begann der weltweite Export. 2008 brachten chinesische Unternehmen Modelle auf den Markt, die in der Form den heutigen E-Zigaretten entsprechen.

Technische Spezifikationen von E-Zigaretten

Im Laufe der Zeit wurden die Produkte technisch immer weiter ausdifferenziert: Sie unterscheiden sich im Verdampfungsprinzip, der Liquid- und Akkukapazität und Eigenschaften wie der Steuerung von Verdampfungstemperaturen oder der Einstellung der Wattleistung. Diese Elemente können bei hochpreisigen Produkten über ein Display angezeigt werden – ebenso wie die Anzahl der inhalierten Züge. Zudem gibt es Modelle, deren Akku mithilfe eines USB-Anschlusses aufgeladen werden kann.

Hygienische Aspekte spielen zunehmend eine Rolle

Neben technischer Innovation gibt es aber auch Hersteller, die zunehmend hygienische Aspekte bei der Konzeption neuer Produkte in den Focus rücken. Der SPIN IT von Vaptio ist ein Vertreter dieser Kategorie. Seine Besonderheit ist das einklappbare Mundstück. Dieses schützt den Konsumenten vor Bakterien, mit denen das Mundstück auf Tischen oder in Hosentaschen und Rucksäcken in Kontakt kommt. Damit gewann das Produkt den renommierten IP Design Award 2018.

E-Zigaretten verzichten auf schädliche Verbrennung

Im Tabakrauch von Zigaretten ist eindeutig eine Vielzahl an gesundheitsschädlichen Stoffen enthalten. Die genauen Zahlen schwanken allerdings; es ist die Rede von 4.800 bis 9.600 chemischen Verbindungen. Dabei seinen 69 bis 80 Stoffe erwiesenermaßen krebserregend und etwa 200 für den menschlichen Körper giftig.

Viele der gefährlichen Stoffe entstehen durch die Verbrennung. Ob- und inwiefern auch der Dampf von E-Zigaretten gesundheitsgefährdend ist, wird derzeit kontrovers diskutiert. Da klinische Studien fehlen, ist eine eindeutige Aussage nicht möglich.